Selbsterfahrung ist ein zentraler Bestandteil professioneller psychosozialer Beratung. Wer Menschen in Entwicklungs-, Krisen- und Veränderungsprozessen begleitet, bringt immer auch die eigene Persönlichkeit, Lebensgeschichte, Werte und Beziehungserfahrungen in die Beratung ein. Die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Einflüssen fördert eine reflektierte Haltung und unterstützt dabei, Klient offen, wertschätzend und professionell zu begegnen.
Ich biete Selbsterfahrung für angehende sowie bereits tätige Lebens- und Sozialberater bzw. psychosoziale Berater an. Die Angebote orientieren sich an den Anforderungen der Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung und schaffen einen geschützten Rahmen für persönliche Entwicklung und professionelles Wachstum.
Dabei können Sie zwischen zwei Formaten wählen: Gruppenselbsterfahrung oder Einzelselbsterfahrung.
Gruppenselbsterfahrung ermöglicht es, die eigene Person im Kontakt mit anderen Menschen bewusster wahrzunehmen und zu reflektieren. Die Gruppe wird dabei zum Erfahrungsraum, in dem persönliche Muster, Werte, Rollen und Beziehungsgestaltungen sichtbar werden können. Der Austausch mit anderen unterstützt dabei, neue Perspektiven zu gewinnen, blinde Flecken zu erkennen und die eigene professionelle Haltung weiterzuentwickeln.

Jede Person, die andere professionell berät, bringt eine eigene Familiengeschichte mit. In unserer Herkunftsfamilie lernen wir, wie Beziehungen gestaltet werden, wie mit Gefühlen umgegangen wird, was als „normal“ gilt und welche Erwartungen an uns gestellt werden. Familiäre Werte, Rollen, Kommunikationsmuster und unausgesprochene Regeln prägen oft weit über die Kindheit hinaus, wie wir uns selbst verstehen und anderen Menschen begegnen.
In diesem Selbsterfahrungstag steht die Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie und ihren Einflüssen auf die eigene Person im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erkunden familiäre Prägungen, Verhaltens- und Kommunikationsmuster, Vorstellungen von Zugehörigkeit und Anderssein sowie deren Auswirkungen auf die professionelle Haltung. Dabei geht es nicht darum, die eigene Familiengeschichte zu bewerten, sondern sie besser zu verstehen – mit ihren Stärken, Herausforderungen und den Ressourcen, die aus ihr entstanden sind.
Die Teilnehmenden setzen sich mit den familiären Wurzeln ihrer Werte, Verhaltensweisen und Beziehungsmuster auseinander. Sie reflektieren, wie Erfahrungen in der Herkunftsfamilie ihre Wahrnehmung von sich selbst und anderen Menschen, ihre Vorstellungen von Normalität sowie ihre Kommunikations- und Beziehungsgestaltung geprägt haben. Dadurch entwickeln sie ein tieferes Verständnis für die Entstehung eigener Muster und stärken ihre Fähigkeit, Unterschiedlichkeit in der Beratung bewusster und professioneller wahrzunehmen.
„Anders gut“ beginnt bei der Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln. Unsere Familien prägen, was wir als selbstverständlich, richtig oder erstrebenswert erleben. Dieses Seminar lädt dazu ein, diese Prägungen neugierig zu erforschen, ihre Wirkung auf die eigene Person zu verstehen und die Vielfalt der eigenen Lebensgeschichte als Ressource für die Beratung zu nutzen.
Anrechenbar als Gruppenselbsterfahrung gemäß Modul XIIb der Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung 2022.
Datum: Donnerstag, 27.05.-Freitag, 28.05.2027
Uhrzeit: jeweils 9:00-17:30
Ort: Pöllau bei Gleisdorf
Hinweis zu Verpflegung und Übernachtung
Verpflegung und Übernachtung sind nicht im Seminarpreis enthalten. Die Teilnehmer organisieren ihre Unterkunft und Verpflegung selbst. Im Ort Markt Hartmannsdorf sowie in der näheren Umgebung stehen verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung.
Bei Interesse kann für die Seminargruppe ein gemeinsames Mittagessen in einem der umliegenden Gasthöfe organisiert werden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie nach der Anmeldung.

Menschen begegnen uns in der Beratung mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, Werten, Erfahrungen und Lebensentwürfen. Manche davon erscheinen uns vertraut, andere irritieren, berühren oder fordern uns heraus. Professionelle Beratung bedeutet nicht, alles zu verstehen oder jede Lebensweise zu teilen. Sie erfordert die Bereitschaft, die eigene Perspektive zu reflektieren und auch dort offen zu bleiben, wo Unterschiede spürbar werden.
Dieser Selbsterfahrungstag widmet sich den Themen Fremdheit, Vorannahmen, Privilegien und Vielfalt. Die Teilnehmenden setzen sich mit ihren spontanen Bewertungen, blinden Flecken und eigenen Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Verletzlichkeit auseinander. Unterschiedliche Lebenswelten dienen dabei als Anlass, die eigene Haltung bewusster wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.
Die Teilnehmenden stärken ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion und setzen sich mit eigenen Vorannahmen, Bewertungen und Reaktionen auf Unterschiedlichkeit auseinander. Sie erweitern ihr Verständnis dafür, wie persönliche Erfahrungen, Werte und gesellschaftliche Positionierungen ihre Wahrnehmung anderer Menschen beeinflussen können. Dadurch entwickeln sie mehr Sicherheit darin, Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Identitäten und Lebensentwürfen professionell, wertschätzend und offen zu begegnen. Gleichzeitig lernen sie, Irritationen, Wertekonflikte und Unsicherheiten als Anlass für Reflexion und professionelles Wachstum zu nutzen.
„Anders gut“ bedeutet, Unterschiedlichkeit nicht als Abweichung von einer Norm zu betrachten, sondern als selbstverständlichen Teil menschlichen Lebens. Dieses Seminar lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung von Anderssein, Vorannahmen und blinden Flecken zu reflektieren und die Fähigkeit zu stärken, Menschen auch dort offen, neugierig und wertschätzend zu begegnen, wo ihre Erfahrungen, Werte oder Lebensentwürfe von den eigenen abweichen.
Anrechenbar als Gruppenselbsterfahrung gemäß Modul XIIa der Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung 2022.
Datum: Freitag, 11.12.-Samstag, 12.12.2027
Uhrzeit: jeweils 9:00-17:30
Ort: Pöllau bei Gleisdorf
Hinweis zu Verpflegung und Übernachtung
Verpflegung und Übernachtung sind nicht im Seminarpreis enthalten. Die Teilnehmer organisieren ihre Unterkunft und Verpflegung selbst. Im Ort Markt Hartmannsdorf sowie in der näheren Umgebung stehen verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung.
Bei Interesse kann für die Seminargruppe ein gemeinsames Mittagessen in einem der umliegenden Gasthöfe organisiert werden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie nach der Anmeldung.
Einzelselbsterfahrung bietet einen vertraulichen Rahmen, um persönliche Themen, Erfahrungen und Beziehungsmuster vertieft zu reflektieren. Das Einzelsetting ermöglicht ein Arbeiten im eigenen Tempo und unterstützt dabei, die eigene Person als wichtigstes Instrument in der Beratung bewusster wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.

Ob Gruppen- oder Einzelselbsterfahrung – beide Formate verfolgen dasselbe Ziel: die Entwicklung einer reflektierten, professionellen und authentischen Beratungshaltung, die auf Selbsterkenntnis, Offenheit und persönlichem Wachstum basiert.